Luzernaktuell Hintergrundupdate Deutsch
LuzernaktuEll.ch Luzernaktuell Hintergrundupdate
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

TPO-Verbot für Semi-Permanent-Nagellack ab 1. September 2025

George Henry Carter Howard • 2026-05-21 • Gepruft von Sofia Wagner

Wer regelmäßig ins Nagelstudio geht, hat vielleicht schon vom TPO-Verbot gehört. Seit dem 1. September 2025 dürfen Semi-Permanent-Nagellacke und UV-Gele mit dem Photoinitiator TPO nicht mehr von Fachleuten verwendet werden.

Verbotenes Substrat: TPO (2,4,6-Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid) ·
Datum des Verbots: 1. September 2025 ·
Betroffene Produkte: Semi-Permanent-Nagellacke, UV-Gele und andere künstliche Nagelprodukte ·
Geltungsbereich: Berufliche Anwender (Nagelstudios, Kosmetikerinnen)

Kurzüberblick

1Was wurde verboten?
2Warum wurde es verboten?
3Welche Alternativen gibt es?
4Was sollten Verbraucher tun?

Sechs Fakten auf einen Blick, die den Kern des Verbots zusammenfassen.

Attribut Wert
Verbotene Substanz TPO (2,4,6-Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid)
Verbotsdatum 1. September 2025
Rechtsgrundlage EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009
Einstufung CMR 1B (krebserregend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend)
Betroffene Produkte Semi-Permanent-Nagellacke, UV-Gele, künstliche Nagelsysteme
Ausnahmen Privatpersonen können Restbestände aufbrauchen; Verbot gilt für Inverkehrbringen und professionelle Anwendung

Wird der Semi-Permanent-Nagellack verboten werden?

Ja, aber nicht jeder Nagellack ist betroffen. Das Verbot richtet sich gezielt gegen Produkte, die den Photoinitiator TPO enthalten. Die Europäische Kommission hat in ihrer FAQ klargestellt, dass ab dem 1. September 2025 sowohl das Inverkehrbringen als auch das Bereitstellen von TPO-haltigen Kosmetikprodukten verboten ist (Europäische Kommission – offizielle FAQ).

Was genau ist verboten?

  • Alle Semi-Permanent-Nagellacke und UV-Gele, die TPO enthalten.
  • Die Anwendung durch professionelle Nagelstudios ist ab dem Stichtag nicht mehr erlaubt.
  • Privatpersonen dürfen vorhandene Bestände noch verwenden, aber der Neukauf von TPO-haltigen Produkten ist stark eingeschränkt (EU-Kommission – FAQ).

Gilt das Verbot auch für Privatpersonen?

Formal gilt das Verbot auf der Ebene des Inverkehrbringens – also Hersteller, Händler und professionelle Anwender. Für Endverbraucher ändert sich beim Aufbrauchen von Restbeständen rechtlich nichts. Allerdings empfehlen Verbraucherschützer, aus Vorsorge auf TPO-freie Alternativen umzusteigen (Verbraucherzentrale).

Fazit: Die EU verbietet TPO in Nagellacken aus Gesundheitsgründen. Nagelstudios: sofort auf TPO-freie Produkte umstellen. Verbraucher: Restbestände aufbrauchen, dann nur noch TPO-frei kaufen.

Das Verbot trifft also vor allem die professionelle Anwendung, während Privatpersonen noch Zeit haben, ihre Vorräte zu nutzen.

Welches Nagelprodukt ist seit dem 1. September 2025 verboten?

Das Verbot betrifft alle kosmetischen Mittel für Nägel, die den Stoff TPO (2,4,6-Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid) enthalten. TPO dient als Photoinitiator – es bewirkt, dass das Gel oder der Lack unter UV- oder LED-Licht aushärtet (Nailskillz (Nagelstudio-Fachportal)).

Was ist TPO?

TPO ist ein chemischer Photoinitiator, der in vielen UV-härtenden Nagelprodukten verwendet wird. Ohne ihn würde der Lack nicht aushärten. Die EU-Kommission hat TPO aufgrund seiner krebserzeugenden, erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften (CMR Stufe 1B) verboten (Europäische Kommission – Einstufung).

Warum wurde TPO als gefährlich eingestuft?

  • TPO wurde als CMR-Stoff der Kategorie 1B eingestuft – das bedeutet „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“.
  • Die Einstufung stützt sich auf tierexperimentelle Studien und Inhalationsdaten (ECHA – Stoffdatenbank).
  • Bereits 2023 wurde TPO von der EU offiziell als CMR klassifiziert (NSSG Club).
Das Risiko

Berufliche Anwender atmen täglich Feinstaub ein, der beim Schleifen von TPO-haltigen Gelen entsteht. Gerade Nageldesigner sind einer chronischen Exposition ausgesetzt, die nach aktuellen Studien das Krebsrisiko erhöhen könnte (Science – Bericht zu UV-Nagellack).

Die Konsequenz: Nagelstudios müssen ihre Mitarbeiter schützen und auf TPO-freie Produkte umstellen.

Warum wird Semi-Permanent-Nagellack verboten?

Die EU begründet das Verbot mit dem Vorsorgeprinzip: TPO kann Hautallergien und Kontaktdermatitis auslösen und gilt als potenziell krebserregend. Da es für Verbraucher und besonders für Fachpersonal eine dauerhafte Belastung darstellt, hat die Kommission die Risikobewertung verschärft (EU-Kommission – FAQ).

Welche Gesundheitsrisiken bestehen?

  • Kontaktdermatitis und allergische Reaktionen an den Fingern und Nagelbetten (BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung).
  • Bei Tierversuchen zeigte TPO krebserregendes Potenzial nach chronischer Exposition.
  • Studien aus den USA und der EU weisen auf mögliche DNA-Schäden durch Photoinitiatoren hin (NIH – Studie zu UV-Nagellack-Inhaltsstoffen).

Wie lange war TPO im Einsatz?

TPO wird seit Mitte der 2000er Jahre in der Nagelindustrie verwendet. Erst nach mehreren wissenschaftlichen Arbeiten in den Jahren 2020–2023 geriet der Stoff in die regulatorische Prüfung (NSSG Club – Timeline).

Der Trade-off

TPO ermöglichte eine extrem haltbare Maniküre mit wenigen Schichten. TPO-freie Alternativen können eine geringere Haltbarkeit aufweisen – dafür sind sie gesundheitlich unbedenklich. Nagelstudios müssen nun ihre Arbeitsabläufe anpassen.

Die Umstellung erfordert eine neue Balance zwischen Haltbarkeit und Sicherheit.

Welche Marken von Semi-Permanent-Nagellack sind verboten?

Eine offizielle Liste verbotener Marken existiert nicht, denn das Verbot bezieht sich auf den Inhaltsstoff TPO und nicht auf bestimmte Marken. Viele große Hersteller haben Produkte mit TPO im Sortiment, aber auch TPO-freie Linien eingeführt (Manucurist Journal).

Sind OPI, CND und andere große Marken betroffen?

  • OPI, CND, Essie und Peggy Sage hatten Produkte mit TPO im Angebot. Einige sind bereits umgestellt.
  • Mavala hat nach eigenen Angaben alle Semi-Permanent-Linien auf TPO-freie Rezepturen umgestellt (Mavala (Nagellackhersteller)).
  • Verbraucher sollten auf den Inhaltsstoff „TPO“ oder „Diphenyl(2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphinoxid“ auf dem Etikett achten.

Welche Marken haben bereits TPO-freie Formeln?

Hersteller wie Mavala, Manucurist und einige Linien von OPI (z. B. „GelColor“) bieten TPO-freie Produkte an. Eine vollständige Markenliste gibt es nicht, da die Rezepturen regelmäßig aktualisiert werden (Manucurist).

Was ist die Alternative zu Semi-Permanent-Nagellack?

Verbraucher und Studios haben mehrere Optionen, um auf das TPO-Verbot zu reagieren. Der Markt bietet bereits eine Reihe von Ersatzprodukten, die ohne den problematischen Photoinitiator auskommen (Manucurist).

Gibt es TPO-freie Semi-Permanent-Nagellacke?

  • Ja, zum Beispiel von Mavala, Manucurist („Green Flash“-Linie) und einige OPI-Serien.
  • Diese Lacke verwenden alternative Photoinitiatoren wie TPO-L oder ITX.
  • Die Haltbarkeit kann je nach Produkt etwas geringer ausfallen – etwa 10–14 Tage statt 3 Wochen (Verbraucherzentrale).

Sind klassische Nagellacke sicher?

Klassische Nagellacke ohne UV-Härtung enthalten kein TPO und sind nicht betroffen. Sie trocknen an der Luft und sind in der Regel unbedenklich. Allerdings halten sie bei weitem nicht so lange wie Semi-Permanent-Produkte.

Welche anderen Methoden halten lange?

  • Gel-Nagellacke mit anderen Photoinitiatoren (z. B. ITX, TPO-L)
  • Pulver-Nagellacke (Dip-Powder) – ein alternatives System ohne UV-Licht (NSSG Club)
  • Nagelfolien – einfach aufkleben und halten etwa 5–7 Tage.

Die Auswahl an TPO-freien Optionen gibt Studios und Verbrauchern eine echte Wahlfreiheit.

Ist TPO krebserregend?

Ja, TPO ist als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft (CMR Kategorie 1B). Diese Einstufung basiert auf wissenschaftlichen Gutachten der Europäischen Chemikalienagentur ECHA (ECHA – TPO).

Welche Studien belegen die Gefahr?

  • Tierversuche zeigten eine erhöhte Tumorrate nach Inhalation von TPO-haltigem Staub.
  • Eine Studie der Universität Cincinnati (2023) fand DNA-Schäden an humanen Hautzellen nach Kontakt mit TPO (PubMed – Studie zu TPO-Genotoxizität).
  • Die EU-Kommission stützt sich auf das wissenschaftliche Gutachten des SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) (EU-Kommission – SCCS-Gutachten).

Wie groß ist das Risiko bei gelegentlicher Anwendung?

Bei gelegentlicher Anwendung (alle 3–4 Wochen) eines TPO-haltigen Nagellacks ist das Risiko nach Einschätzung der Verbraucherzentrale gering. Anders sieht es für Nageldesigner aus, die täglich mit dem Stoff arbeiten – hier kann die chronische Exposition gesundheitsschädlich sein (Verbraucherzentrale).

Fazit: Das Krebsrisiko ist dosisabhängig. Nagelstudios müssen ihre Mitarbeiter schützen. Endverbraucher können das Restrisiko durch TPO-freie Produkte vermeiden.

Die Einstufung als CMR 1B unterstreicht die Notwendigkeit des Verbots.

Zeitleisten-Signal

Die Regulierung von TPO hat eine klare Vorgeschichte. Nachfolgend die wichtigsten Stationen von den ersten Warnungen bis zum Inkrafttreten.

  • 2020–2023: Wissenschaftliche Studien belegen die Gesundheitsgefahren von TPO; erste Diskussionen auf EU-Ebene (NSSG Club).
  • 2023: TPO wird von der EU als CMR-Stoff der Kategorie 1B eingestuft (ECHA).
  • Anfang 2025: Mehrere Mitgliedsstaaten kündigen Verbot an; Hersteller stellen auf Alternativen um (Manucurist).
  • 1. September 2025: Inkrafttreten des Verbots: TPO darf nicht mehr in kosmetischen Mitteln für Nägel verwendet werden (EU-Kommission).
  • Ab September 2025: Übergangsfrist für den Verkauf von Beständen im Einzelhandel; Kontrollen durch Behörden (NSSG Club).

Die schrittweise Einführung des Verbots zeigt, dass die EU auf eine geordnete Umstellung setzt.

Bestätigte Fakten und was unklar ist

Bestätigte Fakten

  • Das Verbot von TPO in Nagellacken und UV-Gelen ab 1.9.2025 ist rechtskräftig.
  • TPO ist als CMR 1B eingestuft (ECHA).
  • Professionelle Anwender dürfen TPO-haltige Produkte nicht mehr nutzen (EU-Kommission).

Was unklar ist

  • Welche konkreten Marken oder Chargen bereits TPO-frei sind – keine offizielle Liste.
  • Wie streng die Kontrollen in Nagelstudios durchgeführt werden.
  • Ob es zu Ausnahmen für bestimmte Produktkategorien kommt.

Trotz der offenen Fragen bietet das Verbot eine klare Orientierung für die Branche.

Expertenstimmen zum Verbot

„Ab dem 1. September 2025 sind TPO-haltige Semi-Permanent-Nagellacke verboten. Wir empfehlen unseren Kunden, auf TPO-freie Alternativen umzusteigen.“

– Mavala (Nagellackhersteller) Quelle: Mavala Blog

„Seit dem 1. September 2025 ist der Einsatz von TPO in Nagelprodukten durch Fachleute nicht mehr erlaubt.“

– Service-Public (französische Regierung) Quelle: service-public.fr

„L’oxyde TPO, présent dans les vernis semi-permanents, vient d’être interdit.“

– RTS (Schweizer Fernsehen) Quelle: RTS

Die Konsequenz für Nagelstudios: Wer jetzt nicht umstellt, riskiert Bußgelder und Haftungsfälle. Für Verbraucher ist die Umstellung dagegen einfach – sie müssen nur beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achten. Der Trend zu TPO-freien Produkten ist ohnehin schon im Gange, viele Marken haben vorgesorgt. Die EU hat mit diesem Verbot einen klaren Schritt zum vorbeugenden Verbraucherschutz gemacht. Für Nagelstudios in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Wahl jetzt klar: entweder auf TPO-freie Formeln umstellen – oder riskieren, gegen geltendes EU-Recht zu verstoßen.

Weitere Quellen

nailskillz.com

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen vorhandenen Semi-Permanent-Nagellack noch benutzen?

Als Privatperson dürfen Sie Restbestände aufbrauchen. Nagelstudios müssen TPO-haltige Produkte ab dem 1.9.2025 aus dem Fachbereich entfernen (EU-Kommission).

Gilt das Verbot auch für Nagellacke aus dem Drogeriemarkt?

Ja, sofern sie TPO enthalten. Viele Drogeriemarken haben ihre Rezepturen aber bereits umgestellt (Verbraucherzentrale).

Welche Symptome kann TPO auf der Haut auslösen?

Rötungen, Juckreiz, Schwellungen und Nagelbettentzündungen. Bei wiederholtem Kontakt kann sich eine Allergie entwickeln (BfR).

Gibt es eine Übergangsfrist für Nagelstudios?

Nein, ab dem 1.9.2025 gilt das Verbot ohne Übergangsfrist für die professionelle Anwendung (EU-Kommission).

Wie finde ich TPO-freie Produkte beim Online-Kauf?

Prüfen Sie die INCI-Liste auf „TPO“, „Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid“ oder „Diphenyl(2,4,6-trimethylbenzoyl)phosphinoxid“. Viele Händler filtern nach „TPO-frei“ (Manucurist).

Sind Nagellacke mit anderen Photoinitiatoren sicher?

Alternativen wie TPO-L, ITX oder BAPO gelten als weniger bedenklich, sind aber nicht vollständig risikofrei. Die EU bewertet sie laufend (ECHA).

Was kostet ein TPO-freier Semi-Permanent-Nagellack im Vergleich?

Die Preise liegen meist in derselben Spanne (ca. 10–25 € pro Flasche). TPO-freie Produkte sind nicht teurer, da die Herstellungskosten ähnlich sind (Mavala).

Die FAQ geben schnelle Antworten auf die häufigsten Verbraucherfragen.

Verwandte Beiträge



George Henry Carter Howard

Uber den Autor

George Henry Carter Howard

Die Redaktion verbindet schnelle Updates mit klaren Einordnungen.